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Digialte Trends für Kultur und Tourismus, mobile only

Digitale Trends für Kultur und Tourismus

Stichproben vom KulturInvest Kongress Berlin 2016

Der alljährlich in Berlin stattfindende KulturInvest Kongress gilt als Branchentreff der Kultur. Hier treffen sich Institutionen und Unternehmen der Kulturwirtschaft und -politik. Eindeutiges Schwerpunktthema, wie auch für die Industrie allgemein, ist das der Digitalisierung und die daraus resultierenden Transformationsprozesse.

Wir haben Seminare besucht und Ihnen Stichproben aus der Museums- und Kulturtourismus-Landschaft mitgebracht.

 

Hybrid Space Lab – Stadt ist ein kultureller Raum

Frans Vogelaar und das Hybrid Space Lab

Prof. Frans Vogelaar von der Kunsthochschule für Medien Köln stellte sein Hybrid Space Lab vor. Seine Unternehmung begreift Stadt als Netzwerk und postuliert folgende Motive und Aufgaben der Stadtentwicklung:

  • Smart City
  • Participartory City
  • Energy City
  • Water City
  • Green City

Die »Hybridisierung« der Gesellschaft stellt Vogelaar als Megatrend heraus. Die Kombination von analoger und digitaler Welt wird durch die vorschreitende Technologie der Prozessorenentwicklung beschleunigt. Für das Jahr 2035 erwarten wir eine x2 Quantum Computing. 

Hybridisierung der Lebenswelt und des sozialen Raums meint die zunehmende Medialisierung und Vermischung von analoger und digitaler Welt. Während manche dies bedauern, sind die Digital Natives in erster und zweiter Generation schon darin aufgegangen. 

Mögliche Folge ist eine stärkere Dezentralisierung der Welt. Ein Vorbote davon ist zum Beispiel die digitale Währung »bitcoin«, die nicht mehr von einem Staat ausgegeben und reguliert wird, sondern als eine gänzlich digitale Währung von angeschlossenen Usern daherkommt, die sich auf diese Einheit als Zahlungsmittel verständigt haben.

Konkret sieht Vogelaar seine Aufgabe als Gestalter darin, ein hybrid design zu betreiben, indem er beispielsweise Prozesse (Projekt »Embassy Lab«) und Kulturprojekte ungefragt, sprich ohne Auftrag, ko-kuratiert (Projekt »Humboldt Jungle« und »Humboldt Vulcano«). 

 

Von Social Media zu Social Sphere

Frank Tentlers Erkenntnisse zur Digitalen Transformation

Tentler nennt vier Generationen der Web-Evolution:

  1. Generation: Websites
  2. Generation: Blogs und Podcasts
  3. Generation: Social Media
  4. Generation: Social Sphere 

Social Sphere meint den analog-digitalen Erlebnisraum (Social media plus ortsbasierte Dienste). Tentler prognostiziert, dass das Internet zukünftig nicht mehr nur in erster Linie mobil, sondern nur noch mobil genutzt werden wird (von mobile first zu mobile only). Umso wichtiger wird damit die Optimierung der Internetangebote für mobile Endgeräte.

Der analog-digitale Erlebnisraum besteht nach Tentler aus sechs Bausteinen:

1 Mobile

2 Social Media

3 Big Data

4 Location Based Technology

5 Sensoren

6 Psychologie und Soziologie

Die »Social Sphere« konstituiert sich aus den drei Kreisen Mensch, Ort und Web. Das »dreidimensionale Storytelling« kommt für Kultur und Tourismus zur Anwendung. Augmented Reality Angebote (zum Beispiel Pokémon Go) sind ein wichtiger Trend. Als konkrete Beispiele im Bereich Tourismus und Standortförderung nennt er die »Machdeburg APP« und die »Kultursphäre Holstein«. Die App »Timetraveler The Berlin Wall« ist ein eindrucksvolles Beispiel für eine Augmented Reality Anwendung zur Vermittlung von Geschichte.

 

Museomix

People make Museum

Die Initiative Museomix aus dem französischsprachigen Raum stellte ihr Projekt vor. In einem dreitägigen Workshop werden in einem gastgebenden Museum mit aussenstehenden Experten und Laien prototypische Ausstellungsformate entwickelt. Das Museum wird »durchmischt« und frische Ideen für die Präsentation der ständigen Sammlung erprobt. Die Museomixer rekrutieren sich aus den Bereichen Konstruktion, Vermittlung, inhaltliche Kompetenz, Coding, Kommunikation und visuelle Kommunikation. Die Ergebnisse werden dokumentiert und der internationalen Gemeinschaft der angeschlossenen Museen zugänglich gemacht. Dies führt zur internationalen Vernetzung der »Museumsdesigner«.

www.museomix.org

 

Kulturtourismus Studie 2015/2016

Wachstum trotz fehlender Strukturen

Die Studie stellt die Best Ager als kulturaffine und wichtige Zielgruppe heraus. 45 Prozent der Touristen allgemein werden als aufgeschlossene Entdecker ausgewiesen. Die digitale Vermittlung per Apps oder mobiler Websites sowie Mobile-Marketing sind wichtige Instrumente um diese Zielgruppen zu erreichen. Blogger Relations und WhatsApp-Gruppen müssen genutzt werden. Wichtig ist die Vernetzung der Kultur-Anbieter einer Region zur Verständigung auf ein gemeinsames Ziel oder eine Aussage, um in der Flut der Angebote dem Touristen ein scharfes Bild und Orientierung zu bieten. 

www.kulturtourismusstudie.de

 

Weiterführender Link: www.kulturinvest.de