LETZTE NEWS

Rückblick auf den Markt der Möglichkeiten beim Stadtgarten Köln e. V.

Am 20. September hat der Stadtgarten Köln e. V. zum Park Platz Tag auf den Dorothee-Sölle-Platz eingeladen. Das Schwerpunktthema hieß „Hitze & Gesundheit“. Wo sonst Autos stehen, war für einen Tag Platz für Menschen: Wimpelketten über dem Asphalt, Tischtennis, Vier gewinnt im XXL-Format und Transparente mit klaren Botschaften: „Unser Parkplatz autofrei!“ und „Unser Veedel Oma- und Enkeltauglich!“. Besser lässt sich kaum zeigen, worum es bei Klimaanpassung in der Stadt geht: um Orte, an denen man sich gern aufhält, auch wenn es heiß wird.

Unser Stand: Adoptiere ein Beet in deiner Straße

Mitten im Markt der Möglichkeiten waren wir mit Cologne Cultivators vertreten, unserer offenen Plattform für die Patenschaft urbaner Baumscheiben. Unter dem roten Pavillon luden unsere Aufsteller:innen in Deutsch, Türkisch und Englisch dazu ein, ein Beet in der eigenen Straße zu übernehmen. Viele Besucher:innen blieben stehen, fragten nach und probierten die Webapp gleich auf dem eigenen Smartphone aus. Das Wetter wechselte zwischen Sonne und Schauern, die Gespräche liefen trotzdem weiter.

Austausch am Stand von Cologne Culitvators

30 Baumbeete vom Stadtgarten Köln e.V.

Die wichtigste Neuigkeit des Tages: Der Stadtgarten Köln e.V. ist mit 30 Baumbeeten der Plattform beigetreten. Die Beete rund um Spichernstraße und Werderstraße sind jetzt auf der Karte unter app.colognecultivators.de sichtbar. An den Beeten um die Kirche stecken Cologne Cultivators Beetstecker mit QR-Code. Wer ihn scannt, landet direkt beim Beetsteckbrief mit Infos zur Bepflanzung. Das haben wir vor Ort getestet, Regenjacke inklusive.

Stephanie Schruth vom Stadtgarten e. V. an ihrem Beet.

Für uns zeigt die Partnerschaft, wie Cologne Cultivators am besten funktioniert: Zivilgesellschaftliches Engagement, kommunale Verwaltung und digitale Infrastruktur arbeiten zusammen. Der Stadtgarten e.V. bringt Erfahrung und Menschen mit, die Plattform macht ihre Arbeit sichtbar und dokumentierbar.

Stadtgarten-Beete auf der Karte der Webapp.

Was wir mitnehmen

Hitzeanpassung beginnt nicht erst bei großen Parks. Sie entsteht auch auf kleinen Flächen: in jeder Baumscheibe, die gepflegt, entsiegelt und bepflanzt wird. Damit daraus ein Netz wird, braucht es Menschen, die Verantwortung übernehmen, und Werkzeuge, die dieses Engagement sichtbar machen.

Cologne Cultivators ist als übertragbares Modell angelegt. Der Code ist frei verfügbar. icon bietet Betrieb, Anpassung und Begleitung für Kommunen, Wohnungsunternehmen und Organisationen, die die Plattform in ihrer Stadt oder ihrem Quartier einsetzen möchten. Auch Unternehmen können Pate werden, zum Beispiel für ein ganzes Beet-Cluster in ihrer Nachbarschaft.

Danke und mitmachen

Danke an den Stadtgarten Köln e.V. für die Einladung und die Zusammenarbeit, und an alle, die an unserem Stand vorbeigeschaut haben.

Sie möchten Beetpat:in werden? Alle Infos gibt es unter www.colognecultivators.de.

Sie planen Stadtgrün, Klimaanpassung oder Beteiligung in Ihrem Quartier? Schreiben Sie uns: eva.rusch@icon-design.de

Cologne Cultivators ist Teil der Smart-City-Initiative un:box Cologne und wurde von der KfW gefördert.

LETZTE NEWS

Rückblick auf den Markt der Möglichkeiten beim Stadtgarten Köln e. V.

Am 20. September hat der Stadtgarten Köln e. V. zum Park Platz Tag auf den Dorothee-Sölle-Platz eingeladen. Das Schwerpunktthema hieß „Hitze & Gesundheit“. Wo sonst Autos stehen, war für einen Tag Platz für Menschen: Wimpelketten über dem Asphalt, Tischtennis, Vier gewinnt im XXL-Format und Transparente mit klaren Botschaften: „Unser Parkplatz autofrei!“ und „Unser Veedel Oma- und Enkeltauglich!“. Besser lässt sich kaum zeigen, worum es bei Klimaanpassung in der Stadt geht: um Orte, an denen man sich gern aufhält, auch wenn es heiß wird.

Unser Stand: Adoptiere ein Beet in deiner Straße

Mitten im Markt der Möglichkeiten waren wir mit Cologne Cultivators vertreten, unserer offenen Plattform für die Patenschaft urbaner Baumscheiben. Unter dem roten Pavillon luden unsere Aufsteller:innen in Deutsch, Türkisch und Englisch dazu ein, ein Beet in der eigenen Straße zu übernehmen. Viele Besucher:innen blieben stehen, fragten nach und probierten die Webapp gleich auf dem eigenen Smartphone aus. Das Wetter wechselte zwischen Sonne und Schauern, die Gespräche liefen trotzdem weiter.

Austausch am Stand von Cologne Culitvators

30 Baumbeete vom Stadtgarten Köln e.V.

Die wichtigste Neuigkeit des Tages: Der Stadtgarten Köln e.V. ist mit 30 Baumbeeten der Plattform beigetreten. Die Beete rund um Spichernstraße und Werderstraße sind jetzt auf der Karte unter app.colognecultivators.de sichtbar. An den Beeten um die Kirche stecken Cologne Cultivators Beetstecker mit QR-Code. Wer ihn scannt, landet direkt beim Beetsteckbrief mit Infos zur Bepflanzung. Das haben wir vor Ort getestet, Regenjacke inklusive.

Stephanie Schruth vom Stadtgarten e. V. an ihrem Beet.

Für uns zeigt die Partnerschaft, wie Cologne Cultivators am besten funktioniert: Zivilgesellschaftliches Engagement, kommunale Verwaltung und digitale Infrastruktur arbeiten zusammen. Der Stadtgarten e.V. bringt Erfahrung und Menschen mit, die Plattform macht ihre Arbeit sichtbar und dokumentierbar.

Stadtgarten-Beete auf der Karte der Webapp.

Was wir mitnehmen

Hitzeanpassung beginnt nicht erst bei großen Parks. Sie entsteht auch auf kleinen Flächen: in jeder Baumscheibe, die gepflegt, entsiegelt und bepflanzt wird. Damit daraus ein Netz wird, braucht es Menschen, die Verantwortung übernehmen, und Werkzeuge, die dieses Engagement sichtbar machen.

Cologne Cultivators ist als übertragbares Modell angelegt. Der Code ist frei verfügbar. icon bietet Betrieb, Anpassung und Begleitung für Kommunen, Wohnungsunternehmen und Organisationen, die die Plattform in ihrer Stadt oder ihrem Quartier einsetzen möchten. Auch Unternehmen können Pate werden, zum Beispiel für ein ganzes Beet-Cluster in ihrer Nachbarschaft.

Danke und mitmachen

Danke an den Stadtgarten Köln e.V. für die Einladung und die Zusammenarbeit, und an alle, die an unserem Stand vorbeigeschaut haben.

Sie möchten Beetpat:in werden? Alle Infos gibt es unter www.colognecultivators.de.

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Social Design

05.10.2026

Rückblick auf den Markt der Möglichkeiten beim Stadtgarten Köln e. V.

Am 20. September hat der Stadtgarten Köln e. V. zum Park Platz Tag auf den Dorothee-Sölle-Platz eingeladen. Das Schwerpunktthema hieß „Hitze & Gesundheit“. Wo sonst Autos stehen, war für einen Tag Platz für Menschen: Wimpelketten über dem Asphalt, Tischtennis, Vier gewinnt im XXL-Format und Transparente mit klaren Botschaften: „Unser Parkplatz autofrei!“ und „Unser Veedel Oma- und Enkeltauglich!“. Besser lässt sich kaum zeigen, worum es bei Klimaanpassung in der Stadt geht: um Orte, an denen man sich gern aufhält, auch wenn es heiß wird.

Unser Stand: Adoptiere ein Beet in deiner Straße

Mitten im Markt der Möglichkeiten waren wir mit Cologne Cultivators vertreten, unserer offenen Plattform für die Patenschaft urbaner Baumscheiben. Unter dem roten Pavillon luden unsere Aufsteller:innen in Deutsch, Türkisch und Englisch dazu ein, ein Beet in der eigenen Straße zu übernehmen. Viele Besucher:innen blieben stehen, fragten nach und probierten die Webapp gleich auf dem eigenen Smartphone aus. Das Wetter wechselte zwischen Sonne und Schauern, die Gespräche liefen trotzdem weiter.

Austausch am Stand von Cologne Culitvators

30 Baumbeete vom Stadtgarten Köln e.V.

Die wichtigste Neuigkeit des Tages: Der Stadtgarten Köln e.V. ist mit 30 Baumbeeten der Plattform beigetreten. Die Beete rund um Spichernstraße und Werderstraße sind jetzt auf der Karte unter app.colognecultivators.de sichtbar. An den Beeten um die Kirche stecken Cologne Cultivators Beetstecker mit QR-Code. Wer ihn scannt, landet direkt beim Beetsteckbrief mit Infos zur Bepflanzung. Das haben wir vor Ort getestet, Regenjacke inklusive.

Stephanie Schruth vom Stadtgarten e. V. an ihrem Beet.

Für uns zeigt die Partnerschaft, wie Cologne Cultivators am besten funktioniert: Zivilgesellschaftliches Engagement, kommunale Verwaltung und digitale Infrastruktur arbeiten zusammen. Der Stadtgarten e.V. bringt Erfahrung und Menschen mit, die Plattform macht ihre Arbeit sichtbar und dokumentierbar.

Stadtgarten-Beete auf der Karte der Webapp.

Was wir mitnehmen

Hitzeanpassung beginnt nicht erst bei großen Parks. Sie entsteht auch auf kleinen Flächen: in jeder Baumscheibe, die gepflegt, entsiegelt und bepflanzt wird. Damit daraus ein Netz wird, braucht es Menschen, die Verantwortung übernehmen, und Werkzeuge, die dieses Engagement sichtbar machen.

Cologne Cultivators ist als übertragbares Modell angelegt. Der Code ist frei verfügbar. icon bietet Betrieb, Anpassung und Begleitung für Kommunen, Wohnungsunternehmen und Organisationen, die die Plattform in ihrer Stadt oder ihrem Quartier einsetzen möchten. Auch Unternehmen können Pate werden, zum Beispiel für ein ganzes Beet-Cluster in ihrer Nachbarschaft.

Danke und mitmachen

Danke an den Stadtgarten Köln e.V. für die Einladung und die Zusammenarbeit, und an alle, die an unserem Stand vorbeigeschaut haben.

Sie möchten Beetpat:in werden? Alle Infos gibt es unter www.colognecultivators.de.

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Social Design

17.09.2026

Hitze, Gesundheit und die Zukunft der Stadtbegrünung – und eine neue Partnerschaft für Cologne Cultivators

Am 20. September veranstaltet der Stadtgarten Köln e.V. auf dem Dorothee-Sölle-Platz den Park Platz Tag – eine Veranstaltung, die sich dem Schwerpunktthema „Hitze & Gesundheit" widmet und damit eine der zentralen Herausforderungen der Stadtentwicklung adressiert: wie Städte auf zunehmende Hitzebelastung reagieren können, durch Bäume, Begrünung, Entsiegelung und kühle Orte im öffentlichen Raum. Unter den Gästen sind unter anderem Eckart von Hirschhausen und der nordrhein-westfälische Umweltminister Oliver Krischer sowie Kölns Bürgermeisterin Derya Karadag – ein Programm mit hochkarätiger fachlicher und politischer Beteiligung.

Wir sind mit Cologne Cultivators, unserer offenen Plattform für die Patenschaft urbaner Baumscheiben, im Rahmen des Markts der Möglichkeiten vor Ort vertreten.

Cologne Cultivators: von der App zur Biodiversitätsplattform

Cologne Cultivators haben wir bei icon als quelloffene civic-tech Plattform entwickelt, die Bürger:innen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Kommunen zusammenbringen kann, um städtische Baumscheiben zu pflegen und zu dokumentieren. Aus einer reinen Verwaltungsanwendung ist mittlerweile eine urbane Biodiversitätsplattform mit Citizen-Science-Komponente geworden – mit dem Ziel, ökologisches Engagement im öffentlichen Raum messbar und sichtbar zu machen. Das alles ist noch ausbaufähig. Wir suchen Partnerschaften, die den Unterhalt und den Ausbau der Anwendung fördern möchten.

Neue Partnerschaft: 30 Baumbeete vom Stadtgarten Köln e.V.

Zum Park Platz Tag können wir eine konkrete Neuigkeit teilen: Der Stadtgarten Köln e.V. ist mit 30 Baumbeeten der Plattform Cologne Cultivators beigetreten. Mit dem Beitritt der 30 Baumbeete wird diese Partnerschaft nun sichtbar in die Plattform überführt und für die Öffentlichkeit nutzbar. Als Gastgeschenk bringen wir die ersten 10 Cologne Culitvators Beetstecker mit. Per QR-Code ist der jeweilige Beetsteckbrief mit Einträgen zu Bepflanzung u.a. digital abrufbar.

Für icon ist das ein wichtiger Beleg für unseren Ansatz: Cologne Cultivators funktioniert dort am besten, wo zivilgesellschaftliches Engagement, kommunale Verwaltung und digitale Infrastruktur zusammenwirken. Der Stadtgarten e.V. ist dabei ein zentraler Partner auf der zivilgesellschaftlichen Seite dieser Zusammenarbeit.

Ein Modell mit Perspektive über Köln hinaus

Cologne Cultivators ist als offenes System konzipiert – der Code ist frei verfügbar, icon bietet Betrieb, Anpassung und Begleitung für Kommunen und Organisationen, die die Plattform für die eigene Stadt nutzen möchten. Was in Köln als Referenzprojekt entstanden ist, verstehen wir explizit als übertragbares Modell für andere Städte und Regionen, die vor ähnlichen Herausforderungen bei Stadtgrün, Klimaanpassung und Bürgerbeteiligung stehen.

Kommt vorbei

Wer sich vor Ort über Cologne Cultivators informieren möchte, findet uns beim Markt der Möglichkeiten auf dem Park Platz Tag. Wir freuen uns auf den Austausch – ob als Kommune, Verein, Wohnungsunternehmen oder interessierte Bürger:innen.

Editorial Design

17.09.2026

Wie die Mülheimia zur Kongress-Zeitung wurde – und beim Bundeskongress für Begeisterung sorgte


Eine Zeitung, lokal bis hyperlokal

Der Leitgedanke der Ausgabe steckt schon im Titel, den wir für die Startseite gewählt haben: „Die Stadtentwicklung kommt nach Mülheim. Wir wohnen schon hier.“ Auf 14 Seiten im Format DIN A3 haben wir dafür ein dichtes Programm zusammengestellt: von einem Werkstattgespräch zum Otto-Langen-Quartier mit Keynote-Sprecher Prof. Uwe Schneidewind bis zu einer Fotoseite, „Geförderte Orte, revisited“, mit Fotos von Inga Grönitz. Für den Artikel „Mülheim: Resilient gegen Gentrifizierung?“ hat Marita Odia die Schriftsteller:innen Maryam Aras und Selim Özdogan zu einer Lesung im Kulturbunker begleitet und ihre Eindrücke festgehalten.

Selim Özdogan und Maryam Aras im Kulturbunker Mülheim 2026. Foto: Eva Rusch
Selim Özdogan und Maryam Aras im Kulturbunker Köln-Mülheim

Die Vision „Bauen wir ein 'Quartier für alle'“ von Eva Rusch wird ergänzt durch O-Töne von Geschäftsleuten aus der Keupstraße, eingeholt von Filiz Yildiz. Auf dem Titel eine Karte mit vier Spaziergängen durchs Quartier, die wir insgesamt „Arena 0" nennen. Wer wollte, konnte außerdem beim Kongress-Bingo mit Original-Fachbegriffen aus der BBSR-Kongresspublikation mitspielen.

Gedruckt haben wir die Mülheimia erstmalig im Risoverfahren – in Blau und Fluo Pink, auf dem Titel ergänzt um Grün. Das Heft ist oben gelocht und zum Auslösen konzipiert: Jede Seite funktioniert auch für sich als eigenständiges Poster, das im Veedel hängen bleiben kann, wenn die Kongress-Zeitung selbst längst wieder eingepackt ist.

Die Resonanz hat uns besonders gefreut: Aufmachung und Gestaltung wurden vielfach als aussergewöhnlich und schön gelobt, und auch inhaltlich kam die Ausgabe sehr gut an – allen voran der Artikel „Lass uns ein Quartier für alle bauen“. Ein Highlight für uns: Keynote-Sprecher Prof. Uwe Schneidewind hielt die Zeitung während des Kongresses hoch und empfahl sie ausdrücklich als wichtige Initiative und Inspiration für innovative Stadtentwicklung – weil in ihr das steckt, was in vielen Fachpublikationen fehlt: Wissen von unten.

Prof. Dr. Uwe Schneidewind mit der Mülheimia auf dem 19. Nationalen Stadtentwicklungskongress im Palladium, Köln-Mülheim
Prof. Uwe Schneidewind in seinem Keynote Speach

Die Postkarten: eine Bühne für Mülheims Kreativwirtschaft

Ein Element lag uns besonders am Herzen: die Postkarten-Beilage. Ein zusätzlicher fester DIN A3-Bogen, herausnehmbar, mit insgesamt acht Motiven im A6-Querformat zum Ausschneiden – gestaltet von Kreativen aus Mülheim. 

Mit dabei waren Ich zeig dir was, Onkel Dose, WM Griffin, Alexandra Lenz Siebdruck, Wolfram Eberius, Gabriel Gerling, Eva Rusch, Inga Grönitz, – acht Positionen aus der Mülheimer Kreativwirtschaft, die auf diesem Weg ein Fachpublikum aus ganz Deutschland erreichten. Ein Bundeskongress ist eine seltene Gelegenheit, die Kreativwirtschaft eines Stadtteils sichtbar zu machen – nicht als Illustration am Rand, sondern als eigenständigen Teil der Publikation. Jede Postkarte, die nun per Post verschickt wird, trägt jetzt ein Stück Mülheimer Gestaltungskraft weiter – in eine Tasche, auf einen Schreibtisch, vielleicht sogar in ein anderes Bundesland.

Das Fazit des Kongresses

Die Mülheimia Kongress-Spezial hat gezeigt, wie wir arbeiten: schnell, gestalterisch eigenständig, tief im Stadtteil verankert – und offenbar mit einem Ergebnis, das auch fachlich überzeugt. Dass ausgerechnet eine Riso-gedruckte Stadtteilzeitung von der Bühne aus als Vorbild für innovative Stadtentwicklung empfohlen wird, bestätigt, was wir bei icon seit Jahren vertreten: Die besten Impulse für ein Veedel kommen oft von denen, die dort leben und gestalten.

Ministerin Veren Hubertz, Oberbürgermeister Torsten Burmester, Moderatorin Anja Heyde
V.l.n.r.: Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen der Bundesrepublik Deutschland, Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester und Moderatorin und Journalistin Anja Heyde


Die Zeitung jetzt online

Hier finden Sie die Zeitung als E-Paper: https://www.yumpu.com/de/document/read/71301567/mulheimia-kongress-special-2026

Cover Mülheimia #1 2026


Sammelbüchse digital

Über Ihre Donation via QR-Code bzw. Link freuen wir uns:

https://www.paypal.com/ncp/payment/ECXWPH5GQ32VL


Baubanner für Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste an der Deutz- Mülheimer Straße

Cultural Design

16.09.2026

– wie sechs Bauzaunbanner ein unbequemes Denkmal erzählbar machen

Für raum13 im Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste hat icon eine Kampagne aus Typografie, Text und Produktion entwickelt. Sie zeigt, warum die Geschichte eines Ortes in der Quartiersentwicklung kein Rückblick ist, sondern ein Anker für Identifikation.

An der Deutz-Mülheimer Straße steht Kölns Industriegeschichte in Reihe: Gasmotoren-Fabrik Deutz, Lindgens-Areal, Van der Zypen & Charlier, Postbahnhof. „Unbequeme Denkmale“ nennt die Rheinische Industriekultur solche Bauten – im Denkmalwert diskutiert, fürs Ortsbild entscheidend. Unbequem ist ihr Erhalt, und dass sie sich nicht von selbst erklären: Wer vorbeifährt, sieht Backstein, Absperrung, Graffiti. Nicht den Ort, an dem 1869 die erste Motorenfabrik der Welt entstand.

Genau dort arbeitet raum13 seit 2011 am Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste und macht aus einem Industrieareal ein Reallabor. Das Otto-Langen-Quartier soll Kultur, Gewerbe und Wohnen mischen; der Kölner Ratsbeschluss von 2021 verpflichtet die Entwicklung ausdrücklich auf Gemeinwohlorientierung.

„Jedes Areal hat eine Geschichte, bevor der erste Bagger kommt. Wer sie erzählt, würdigt sie und nutzt sie als engagierte Nachfolge. Der Bauzaun ist die erste Gelegenheit dazu: für viele Menschen über Jahre die einzige Berührung mit dem Projekt, und damit die meistgelesene Fläche, die eine Entwicklungsunternehmung besitzt.“
Eva Rusch, Geschäftsführerin icon

Sechs Motive, inszeniert an denkmalgeschützer Fassade

Sechs großformatige Banner entlang der Deutz-Mülheimer Straße, jedes mit einem Wort: Hope, Courage, Schönheit, Enjoy, Origin, Built – dazu je eine Setzung im Modus „Die Kunst der …“: der Transformation, der Revolution, der Demokratie, der Begegnung, des Erbes, der Freilegung. Ausgangspunkt waren vier Typobilder von Katrin Zellmer. icon hat diese Bildwelt in ein durchgängiges System überführt und um zwei Motive erweitert: Origin erzählt die Herkunft – 1869, die „Wiege der Weltmotorisierung“. Built macht den Umbau als offenen Prozess sichtbar, mit den Phasenzeichnungen von Bachmann Badie Architekten direkt auf dem Banner. Aus vier Arbeiten wurde eine Reihe: ein Magenta, ein Raster, eine Typo-Logik, sechs Themen. Konzept, Gestaltung, Text und Produktion von icon.

Was Kulturmanager:innen daran interessiert

Kulturorte in Transformationsprozessen erreichen mit ihrem Programm ein Publikum, das bereits da ist. Ihre Wirkung entfaltet sich aber auch bei denen, die nie oder noch nicht hineingehen: Nachbarschaft, Verwaltung, Politik, Presse. Der Bauzaun erreicht sie verlässlich – rund um die Uhr, ohne Reichweitenkosten, am Ort selbst. Drei Prinzipien haben sich bewährt:

  • Ein Wort pro Fläche. Im Vorbeifahren bleibt eine Sekunde. Die Vertiefung übernimmt der Fließtext für die, die stehen bleiben – der QR-Code für die, die weiterlesen wollen.

  • Haltung statt Ankündigung. Kein Motiv bewirbt einen Termin. „Wer entscheidet über Stadt?“ trägt auch in zwei Jahren – in Förderanträgen, Führungen, Presseanfragen.

  • Serie statt Einzelstück. Sechs Motive erzeugen einen Rhythmus im Straßenraum und liefern sechs Social-Media-Assets, sechs Presseanlässe, sechs Argumentationslinien.

Herkunft als Anker: was die Quartiersentwicklung daran interessiert

Lage, Ausstattung, Energiekennwerte, Nutzungsmix – all das ist planbar. Identifikation nicht. Ob Menschen einen Ort als ihren erkennen, entscheidet sich daran, ob er eine Geschichte hat, die man erzählen kann, und ob jemand sie erzählt. Industriegeschichtliche Orte bringen sie mit. Sie sind Rohstoff für Adressbildung, Unverwechselbarkeit und die Bindung künftiger Bewohner:innen, Nutzer:innen und Beschäftigten.

Die Bundesstiftung Baukultur hat mit dem Bericht „Neue Umbaukultur“ die graue Energie im Bestand zur „goldenen Energie" erklärt – Bauen im Bestand ist rechenbar geworden. Weniger selbstverständlich ist der kulturelle Teil derselben Rechnung, das S in ESG: Zugehörigkeit entsteht nicht durch Erhalt allein, sondern dadurch, dass der Bestand spricht. Und nicht kurzfristig.

Daraus folgen zwei praktische Punkte. Erstens: Wer die Geschichte eines Ortes früh lesbar macht, verhandelt später weniger über Erklärungen und mehr über Inhalte – im Genehmigungsprozess, in der Nachbarschaft, in der Vermietung. Zweitens: Diese Erzählung gehört dorthin, wo der Ort ohnehin wahrgenommen wird. Der Bauzaun trägt mehr als ein Logo.

Kulturkommunikation als Übersetzungsleistung

Dieselbe Fläche, dieselbe Typografie, dieselben sechs Begriffe – lesbar für die Nachbarschaft, zitierfähig für die Presse, anschlussfähig für Kulturförderung, Verwaltung und Projektentwicklung. Design, Text, Produktion aus einer Hand. Damit ein Ort mit Geschichte auch als solcher gelesen wird.

Kampagne: icon Kommunikation für Kultur und Wirtschaft GmbH für raum13 – Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste. Headline-Typografie (Hope, Courage, Schönheit, Enjoy): Katrin Zellmer. Fotos: raum13 (Kolacek & Leßle), Günter Krämmer, RWWA. Zeichnungen (Motiv „Built"): Bachmann Badie Architekten.

Sie entwickeln ein Quartier mit Geschichte – oder einen Kulturort, der darin eine Rolle spielt?: eva.rusch@icon-design.de

Social Design

05.10.2026

Rückblick auf den Markt der Möglichkeiten beim Stadtgarten Köln e. V.

Am 20. September hat der Stadtgarten Köln e. V. zum Park Platz Tag auf den Dorothee-Sölle-Platz eingeladen. Das Schwerpunktthema hieß „Hitze & Gesundheit“. Wo sonst Autos stehen, war für einen Tag Platz für Menschen: Wimpelketten über dem Asphalt, Tischtennis, Vier gewinnt im XXL-Format und Transparente mit klaren Botschaften: „Unser Parkplatz autofrei!“ und „Unser Veedel Oma- und Enkeltauglich!“. Besser lässt sich kaum zeigen, worum es bei Klimaanpassung in der Stadt geht: um Orte, an denen man sich gern aufhält, auch wenn es heiß wird.

Unser Stand: Adoptiere ein Beet in deiner Straße

Mitten im Markt der Möglichkeiten waren wir mit Cologne Cultivators vertreten, unserer offenen Plattform für die Patenschaft urbaner Baumscheiben. Unter dem roten Pavillon luden unsere Aufsteller:innen in Deutsch, Türkisch und Englisch dazu ein, ein Beet in der eigenen Straße zu übernehmen. Viele Besucher:innen blieben stehen, fragten nach und probierten die Webapp gleich auf dem eigenen Smartphone aus. Das Wetter wechselte zwischen Sonne und Schauern, die Gespräche liefen trotzdem weiter.

Austausch am Stand von Cologne Culitvators

30 Baumbeete vom Stadtgarten Köln e.V.

Die wichtigste Neuigkeit des Tages: Der Stadtgarten Köln e.V. ist mit 30 Baumbeeten der Plattform beigetreten. Die Beete rund um Spichernstraße und Werderstraße sind jetzt auf der Karte unter app.colognecultivators.de sichtbar. An den Beeten um die Kirche stecken Cologne Cultivators Beetstecker mit QR-Code. Wer ihn scannt, landet direkt beim Beetsteckbrief mit Infos zur Bepflanzung. Das haben wir vor Ort getestet, Regenjacke inklusive.

Stephanie Schruth vom Stadtgarten e. V. an ihrem Beet.

Für uns zeigt die Partnerschaft, wie Cologne Cultivators am besten funktioniert: Zivilgesellschaftliches Engagement, kommunale Verwaltung und digitale Infrastruktur arbeiten zusammen. Der Stadtgarten e.V. bringt Erfahrung und Menschen mit, die Plattform macht ihre Arbeit sichtbar und dokumentierbar.

Stadtgarten-Beete auf der Karte der Webapp.

Was wir mitnehmen

Hitzeanpassung beginnt nicht erst bei großen Parks. Sie entsteht auch auf kleinen Flächen: in jeder Baumscheibe, die gepflegt, entsiegelt und bepflanzt wird. Damit daraus ein Netz wird, braucht es Menschen, die Verantwortung übernehmen, und Werkzeuge, die dieses Engagement sichtbar machen.

Cologne Cultivators ist als übertragbares Modell angelegt. Der Code ist frei verfügbar. icon bietet Betrieb, Anpassung und Begleitung für Kommunen, Wohnungsunternehmen und Organisationen, die die Plattform in ihrer Stadt oder ihrem Quartier einsetzen möchten. Auch Unternehmen können Pate werden, zum Beispiel für ein ganzes Beet-Cluster in ihrer Nachbarschaft.

Danke und mitmachen

Danke an den Stadtgarten Köln e.V. für die Einladung und die Zusammenarbeit, und an alle, die an unserem Stand vorbeigeschaut haben.

Sie möchten Beetpat:in werden? Alle Infos gibt es unter www.colognecultivators.de.

Sie planen Stadtgrün, Klimaanpassung oder Beteiligung in Ihrem Quartier? Schreiben Sie uns: eva.rusch@icon-design.de

Cologne Cultivators ist Teil der Smart-City-Initiative un:box Cologne und wurde von der KfW gefördert.

Social Design

17.09.2026

Hitze, Gesundheit und die Zukunft der Stadtbegrünung – und eine neue Partnerschaft für Cologne Cultivators

Am 20. September veranstaltet der Stadtgarten Köln e.V. auf dem Dorothee-Sölle-Platz den Park Platz Tag – eine Veranstaltung, die sich dem Schwerpunktthema „Hitze & Gesundheit" widmet und damit eine der zentralen Herausforderungen der Stadtentwicklung adressiert: wie Städte auf zunehmende Hitzebelastung reagieren können, durch Bäume, Begrünung, Entsiegelung und kühle Orte im öffentlichen Raum. Unter den Gästen sind unter anderem Eckart von Hirschhausen und der nordrhein-westfälische Umweltminister Oliver Krischer sowie Kölns Bürgermeisterin Derya Karadag – ein Programm mit hochkarätiger fachlicher und politischer Beteiligung.

Wir sind mit Cologne Cultivators, unserer offenen Plattform für die Patenschaft urbaner Baumscheiben, im Rahmen des Markts der Möglichkeiten vor Ort vertreten.

Cologne Cultivators: von der App zur Biodiversitätsplattform

Cologne Cultivators haben wir bei icon als quelloffene civic-tech Plattform entwickelt, die Bürger:innen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Kommunen zusammenbringen kann, um städtische Baumscheiben zu pflegen und zu dokumentieren. Aus einer reinen Verwaltungsanwendung ist mittlerweile eine urbane Biodiversitätsplattform mit Citizen-Science-Komponente geworden – mit dem Ziel, ökologisches Engagement im öffentlichen Raum messbar und sichtbar zu machen. Das alles ist noch ausbaufähig. Wir suchen Partnerschaften, die den Unterhalt und den Ausbau der Anwendung fördern möchten.

Neue Partnerschaft: 30 Baumbeete vom Stadtgarten Köln e.V.

Zum Park Platz Tag können wir eine konkrete Neuigkeit teilen: Der Stadtgarten Köln e.V. ist mit 30 Baumbeeten der Plattform Cologne Cultivators beigetreten. Mit dem Beitritt der 30 Baumbeete wird diese Partnerschaft nun sichtbar in die Plattform überführt und für die Öffentlichkeit nutzbar. Als Gastgeschenk bringen wir die ersten 10 Cologne Culitvators Beetstecker mit. Per QR-Code ist der jeweilige Beetsteckbrief mit Einträgen zu Bepflanzung u.a. digital abrufbar.

Für icon ist das ein wichtiger Beleg für unseren Ansatz: Cologne Cultivators funktioniert dort am besten, wo zivilgesellschaftliches Engagement, kommunale Verwaltung und digitale Infrastruktur zusammenwirken. Der Stadtgarten e.V. ist dabei ein zentraler Partner auf der zivilgesellschaftlichen Seite dieser Zusammenarbeit.

Ein Modell mit Perspektive über Köln hinaus

Cologne Cultivators ist als offenes System konzipiert – der Code ist frei verfügbar, icon bietet Betrieb, Anpassung und Begleitung für Kommunen und Organisationen, die die Plattform für die eigene Stadt nutzen möchten. Was in Köln als Referenzprojekt entstanden ist, verstehen wir explizit als übertragbares Modell für andere Städte und Regionen, die vor ähnlichen Herausforderungen bei Stadtgrün, Klimaanpassung und Bürgerbeteiligung stehen.

Kommt vorbei

Wer sich vor Ort über Cologne Cultivators informieren möchte, findet uns beim Markt der Möglichkeiten auf dem Park Platz Tag. Wir freuen uns auf den Austausch – ob als Kommune, Verein, Wohnungsunternehmen oder interessierte Bürger:innen.

Editorial Design

17.09.2026

Wie die Mülheimia zur Kongress-Zeitung wurde – und beim Bundeskongress für Begeisterung sorgte


Eine Zeitung, lokal bis hyperlokal

Der Leitgedanke der Ausgabe steckt schon im Titel, den wir für die Startseite gewählt haben: „Die Stadtentwicklung kommt nach Mülheim. Wir wohnen schon hier.“ Auf 14 Seiten im Format DIN A3 haben wir dafür ein dichtes Programm zusammengestellt: von einem Werkstattgespräch zum Otto-Langen-Quartier mit Keynote-Sprecher Prof. Uwe Schneidewind bis zu einer Fotoseite, „Geförderte Orte, revisited“, mit Fotos von Inga Grönitz. Für den Artikel „Mülheim: Resilient gegen Gentrifizierung?“ hat Marita Odia die Schriftsteller:innen Maryam Aras und Selim Özdogan zu einer Lesung im Kulturbunker begleitet und ihre Eindrücke festgehalten.

Selim Özdogan und Maryam Aras im Kulturbunker Mülheim 2026. Foto: Eva Rusch
Selim Özdogan und Maryam Aras im Kulturbunker Köln-Mülheim

Die Vision „Bauen wir ein 'Quartier für alle'“ von Eva Rusch wird ergänzt durch O-Töne von Geschäftsleuten aus der Keupstraße, eingeholt von Filiz Yildiz. Auf dem Titel eine Karte mit vier Spaziergängen durchs Quartier, die wir insgesamt „Arena 0" nennen. Wer wollte, konnte außerdem beim Kongress-Bingo mit Original-Fachbegriffen aus der BBSR-Kongresspublikation mitspielen.

Gedruckt haben wir die Mülheimia erstmalig im Risoverfahren – in Blau und Fluo Pink, auf dem Titel ergänzt um Grün. Das Heft ist oben gelocht und zum Auslösen konzipiert: Jede Seite funktioniert auch für sich als eigenständiges Poster, das im Veedel hängen bleiben kann, wenn die Kongress-Zeitung selbst längst wieder eingepackt ist.

Die Resonanz hat uns besonders gefreut: Aufmachung und Gestaltung wurden vielfach als aussergewöhnlich und schön gelobt, und auch inhaltlich kam die Ausgabe sehr gut an – allen voran der Artikel „Lass uns ein Quartier für alle bauen“. Ein Highlight für uns: Keynote-Sprecher Prof. Uwe Schneidewind hielt die Zeitung während des Kongresses hoch und empfahl sie ausdrücklich als wichtige Initiative und Inspiration für innovative Stadtentwicklung – weil in ihr das steckt, was in vielen Fachpublikationen fehlt: Wissen von unten.

Prof. Dr. Uwe Schneidewind mit der Mülheimia auf dem 19. Nationalen Stadtentwicklungskongress im Palladium, Köln-Mülheim
Prof. Uwe Schneidewind in seinem Keynote Speach

Die Postkarten: eine Bühne für Mülheims Kreativwirtschaft

Ein Element lag uns besonders am Herzen: die Postkarten-Beilage. Ein zusätzlicher fester DIN A3-Bogen, herausnehmbar, mit insgesamt acht Motiven im A6-Querformat zum Ausschneiden – gestaltet von Kreativen aus Mülheim. 

Mit dabei waren Ich zeig dir was, Onkel Dose, WM Griffin, Alexandra Lenz Siebdruck, Wolfram Eberius, Gabriel Gerling, Eva Rusch, Inga Grönitz, – acht Positionen aus der Mülheimer Kreativwirtschaft, die auf diesem Weg ein Fachpublikum aus ganz Deutschland erreichten. Ein Bundeskongress ist eine seltene Gelegenheit, die Kreativwirtschaft eines Stadtteils sichtbar zu machen – nicht als Illustration am Rand, sondern als eigenständigen Teil der Publikation. Jede Postkarte, die nun per Post verschickt wird, trägt jetzt ein Stück Mülheimer Gestaltungskraft weiter – in eine Tasche, auf einen Schreibtisch, vielleicht sogar in ein anderes Bundesland.

Das Fazit des Kongresses

Die Mülheimia Kongress-Spezial hat gezeigt, wie wir arbeiten: schnell, gestalterisch eigenständig, tief im Stadtteil verankert – und offenbar mit einem Ergebnis, das auch fachlich überzeugt. Dass ausgerechnet eine Riso-gedruckte Stadtteilzeitung von der Bühne aus als Vorbild für innovative Stadtentwicklung empfohlen wird, bestätigt, was wir bei icon seit Jahren vertreten: Die besten Impulse für ein Veedel kommen oft von denen, die dort leben und gestalten.

Ministerin Veren Hubertz, Oberbürgermeister Torsten Burmester, Moderatorin Anja Heyde
V.l.n.r.: Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen der Bundesrepublik Deutschland, Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester und Moderatorin und Journalistin Anja Heyde


Die Zeitung jetzt online

Hier finden Sie die Zeitung als E-Paper: https://www.yumpu.com/de/document/read/71301567/mulheimia-kongress-special-2026

Cover Mülheimia #1 2026


Sammelbüchse digital

Über Ihre Donation via QR-Code bzw. Link freuen wir uns:

https://www.paypal.com/ncp/payment/ECXWPH5GQ32VL


Baubanner für Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste an der Deutz- Mülheimer Straße

Cultural Design

16.09.2026

– wie sechs Bauzaunbanner ein unbequemes Denkmal erzählbar machen

Für raum13 im Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste hat icon eine Kampagne aus Typografie, Text und Produktion entwickelt. Sie zeigt, warum die Geschichte eines Ortes in der Quartiersentwicklung kein Rückblick ist, sondern ein Anker für Identifikation.

An der Deutz-Mülheimer Straße steht Kölns Industriegeschichte in Reihe: Gasmotoren-Fabrik Deutz, Lindgens-Areal, Van der Zypen & Charlier, Postbahnhof. „Unbequeme Denkmale“ nennt die Rheinische Industriekultur solche Bauten – im Denkmalwert diskutiert, fürs Ortsbild entscheidend. Unbequem ist ihr Erhalt, und dass sie sich nicht von selbst erklären: Wer vorbeifährt, sieht Backstein, Absperrung, Graffiti. Nicht den Ort, an dem 1869 die erste Motorenfabrik der Welt entstand.

Genau dort arbeitet raum13 seit 2011 am Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste und macht aus einem Industrieareal ein Reallabor. Das Otto-Langen-Quartier soll Kultur, Gewerbe und Wohnen mischen; der Kölner Ratsbeschluss von 2021 verpflichtet die Entwicklung ausdrücklich auf Gemeinwohlorientierung.

„Jedes Areal hat eine Geschichte, bevor der erste Bagger kommt. Wer sie erzählt, würdigt sie und nutzt sie als engagierte Nachfolge. Der Bauzaun ist die erste Gelegenheit dazu: für viele Menschen über Jahre die einzige Berührung mit dem Projekt, und damit die meistgelesene Fläche, die eine Entwicklungsunternehmung besitzt.“
Eva Rusch, Geschäftsführerin icon

Sechs Motive, inszeniert an denkmalgeschützer Fassade

Sechs großformatige Banner entlang der Deutz-Mülheimer Straße, jedes mit einem Wort: Hope, Courage, Schönheit, Enjoy, Origin, Built – dazu je eine Setzung im Modus „Die Kunst der …“: der Transformation, der Revolution, der Demokratie, der Begegnung, des Erbes, der Freilegung. Ausgangspunkt waren vier Typobilder von Katrin Zellmer. icon hat diese Bildwelt in ein durchgängiges System überführt und um zwei Motive erweitert: Origin erzählt die Herkunft – 1869, die „Wiege der Weltmotorisierung“. Built macht den Umbau als offenen Prozess sichtbar, mit den Phasenzeichnungen von Bachmann Badie Architekten direkt auf dem Banner. Aus vier Arbeiten wurde eine Reihe: ein Magenta, ein Raster, eine Typo-Logik, sechs Themen. Konzept, Gestaltung, Text und Produktion von icon.

Was Kulturmanager:innen daran interessiert

Kulturorte in Transformationsprozessen erreichen mit ihrem Programm ein Publikum, das bereits da ist. Ihre Wirkung entfaltet sich aber auch bei denen, die nie oder noch nicht hineingehen: Nachbarschaft, Verwaltung, Politik, Presse. Der Bauzaun erreicht sie verlässlich – rund um die Uhr, ohne Reichweitenkosten, am Ort selbst. Drei Prinzipien haben sich bewährt:

  • Ein Wort pro Fläche. Im Vorbeifahren bleibt eine Sekunde. Die Vertiefung übernimmt der Fließtext für die, die stehen bleiben – der QR-Code für die, die weiterlesen wollen.

  • Haltung statt Ankündigung. Kein Motiv bewirbt einen Termin. „Wer entscheidet über Stadt?“ trägt auch in zwei Jahren – in Förderanträgen, Führungen, Presseanfragen.

  • Serie statt Einzelstück. Sechs Motive erzeugen einen Rhythmus im Straßenraum und liefern sechs Social-Media-Assets, sechs Presseanlässe, sechs Argumentationslinien.

Herkunft als Anker: was die Quartiersentwicklung daran interessiert

Lage, Ausstattung, Energiekennwerte, Nutzungsmix – all das ist planbar. Identifikation nicht. Ob Menschen einen Ort als ihren erkennen, entscheidet sich daran, ob er eine Geschichte hat, die man erzählen kann, und ob jemand sie erzählt. Industriegeschichtliche Orte bringen sie mit. Sie sind Rohstoff für Adressbildung, Unverwechselbarkeit und die Bindung künftiger Bewohner:innen, Nutzer:innen und Beschäftigten.

Die Bundesstiftung Baukultur hat mit dem Bericht „Neue Umbaukultur“ die graue Energie im Bestand zur „goldenen Energie" erklärt – Bauen im Bestand ist rechenbar geworden. Weniger selbstverständlich ist der kulturelle Teil derselben Rechnung, das S in ESG: Zugehörigkeit entsteht nicht durch Erhalt allein, sondern dadurch, dass der Bestand spricht. Und nicht kurzfristig.

Daraus folgen zwei praktische Punkte. Erstens: Wer die Geschichte eines Ortes früh lesbar macht, verhandelt später weniger über Erklärungen und mehr über Inhalte – im Genehmigungsprozess, in der Nachbarschaft, in der Vermietung. Zweitens: Diese Erzählung gehört dorthin, wo der Ort ohnehin wahrgenommen wird. Der Bauzaun trägt mehr als ein Logo.

Kulturkommunikation als Übersetzungsleistung

Dieselbe Fläche, dieselbe Typografie, dieselben sechs Begriffe – lesbar für die Nachbarschaft, zitierfähig für die Presse, anschlussfähig für Kulturförderung, Verwaltung und Projektentwicklung. Design, Text, Produktion aus einer Hand. Damit ein Ort mit Geschichte auch als solcher gelesen wird.

Kampagne: icon Kommunikation für Kultur und Wirtschaft GmbH für raum13 – Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste. Headline-Typografie (Hope, Courage, Schönheit, Enjoy): Katrin Zellmer. Fotos: raum13 (Kolacek & Leßle), Günter Krämmer, RWWA. Zeichnungen (Motiv „Built"): Bachmann Badie Architekten.

Sie entwickeln ein Quartier mit Geschichte – oder einen Kulturort, der darin eine Rolle spielt?: eva.rusch@icon-design.de

Social Design

05.10.2026

Rückblick auf den Markt der Möglichkeiten beim Stadtgarten Köln e. V.

Am 20. September hat der Stadtgarten Köln e. V. zum Park Platz Tag auf den Dorothee-Sölle-Platz eingeladen. Das Schwerpunktthema hieß „Hitze & Gesundheit“. Wo sonst Autos stehen, war für einen Tag Platz für Menschen: Wimpelketten über dem Asphalt, Tischtennis, Vier gewinnt im XXL-Format und Transparente mit klaren Botschaften: „Unser Parkplatz autofrei!“ und „Unser Veedel Oma- und Enkeltauglich!“. Besser lässt sich kaum zeigen, worum es bei Klimaanpassung in der Stadt geht: um Orte, an denen man sich gern aufhält, auch wenn es heiß wird.

Unser Stand: Adoptiere ein Beet in deiner Straße

Mitten im Markt der Möglichkeiten waren wir mit Cologne Cultivators vertreten, unserer offenen Plattform für die Patenschaft urbaner Baumscheiben. Unter dem roten Pavillon luden unsere Aufsteller:innen in Deutsch, Türkisch und Englisch dazu ein, ein Beet in der eigenen Straße zu übernehmen. Viele Besucher:innen blieben stehen, fragten nach und probierten die Webapp gleich auf dem eigenen Smartphone aus. Das Wetter wechselte zwischen Sonne und Schauern, die Gespräche liefen trotzdem weiter.

Austausch am Stand von Cologne Culitvators

30 Baumbeete vom Stadtgarten Köln e.V.

Die wichtigste Neuigkeit des Tages: Der Stadtgarten Köln e.V. ist mit 30 Baumbeeten der Plattform beigetreten. Die Beete rund um Spichernstraße und Werderstraße sind jetzt auf der Karte unter app.colognecultivators.de sichtbar. An den Beeten um die Kirche stecken Cologne Cultivators Beetstecker mit QR-Code. Wer ihn scannt, landet direkt beim Beetsteckbrief mit Infos zur Bepflanzung. Das haben wir vor Ort getestet, Regenjacke inklusive.

Stephanie Schruth vom Stadtgarten e. V. an ihrem Beet.

Für uns zeigt die Partnerschaft, wie Cologne Cultivators am besten funktioniert: Zivilgesellschaftliches Engagement, kommunale Verwaltung und digitale Infrastruktur arbeiten zusammen. Der Stadtgarten e.V. bringt Erfahrung und Menschen mit, die Plattform macht ihre Arbeit sichtbar und dokumentierbar.

Stadtgarten-Beete auf der Karte der Webapp.

Was wir mitnehmen

Hitzeanpassung beginnt nicht erst bei großen Parks. Sie entsteht auch auf kleinen Flächen: in jeder Baumscheibe, die gepflegt, entsiegelt und bepflanzt wird. Damit daraus ein Netz wird, braucht es Menschen, die Verantwortung übernehmen, und Werkzeuge, die dieses Engagement sichtbar machen.

Cologne Cultivators ist als übertragbares Modell angelegt. Der Code ist frei verfügbar. icon bietet Betrieb, Anpassung und Begleitung für Kommunen, Wohnungsunternehmen und Organisationen, die die Plattform in ihrer Stadt oder ihrem Quartier einsetzen möchten. Auch Unternehmen können Pate werden, zum Beispiel für ein ganzes Beet-Cluster in ihrer Nachbarschaft.

Danke und mitmachen

Danke an den Stadtgarten Köln e.V. für die Einladung und die Zusammenarbeit, und an alle, die an unserem Stand vorbeigeschaut haben.

Sie möchten Beetpat:in werden? Alle Infos gibt es unter www.colognecultivators.de.

Sie planen Stadtgrün, Klimaanpassung oder Beteiligung in Ihrem Quartier? Schreiben Sie uns: eva.rusch@icon-design.de

Cologne Cultivators ist Teil der Smart-City-Initiative un:box Cologne und wurde von der KfW gefördert.

Social Design

17.09.2026

Hitze, Gesundheit und die Zukunft der Stadtbegrünung – und eine neue Partnerschaft für Cologne Cultivators

Am 20. September veranstaltet der Stadtgarten Köln e.V. auf dem Dorothee-Sölle-Platz den Park Platz Tag – eine Veranstaltung, die sich dem Schwerpunktthema „Hitze & Gesundheit" widmet und damit eine der zentralen Herausforderungen der Stadtentwicklung adressiert: wie Städte auf zunehmende Hitzebelastung reagieren können, durch Bäume, Begrünung, Entsiegelung und kühle Orte im öffentlichen Raum. Unter den Gästen sind unter anderem Eckart von Hirschhausen und der nordrhein-westfälische Umweltminister Oliver Krischer sowie Kölns Bürgermeisterin Derya Karadag – ein Programm mit hochkarätiger fachlicher und politischer Beteiligung.

Wir sind mit Cologne Cultivators, unserer offenen Plattform für die Patenschaft urbaner Baumscheiben, im Rahmen des Markts der Möglichkeiten vor Ort vertreten.

Cologne Cultivators: von der App zur Biodiversitätsplattform

Cologne Cultivators haben wir bei icon als quelloffene civic-tech Plattform entwickelt, die Bürger:innen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Kommunen zusammenbringen kann, um städtische Baumscheiben zu pflegen und zu dokumentieren. Aus einer reinen Verwaltungsanwendung ist mittlerweile eine urbane Biodiversitätsplattform mit Citizen-Science-Komponente geworden – mit dem Ziel, ökologisches Engagement im öffentlichen Raum messbar und sichtbar zu machen. Das alles ist noch ausbaufähig. Wir suchen Partnerschaften, die den Unterhalt und den Ausbau der Anwendung fördern möchten.

Neue Partnerschaft: 30 Baumbeete vom Stadtgarten Köln e.V.

Zum Park Platz Tag können wir eine konkrete Neuigkeit teilen: Der Stadtgarten Köln e.V. ist mit 30 Baumbeeten der Plattform Cologne Cultivators beigetreten. Mit dem Beitritt der 30 Baumbeete wird diese Partnerschaft nun sichtbar in die Plattform überführt und für die Öffentlichkeit nutzbar. Als Gastgeschenk bringen wir die ersten 10 Cologne Culitvators Beetstecker mit. Per QR-Code ist der jeweilige Beetsteckbrief mit Einträgen zu Bepflanzung u.a. digital abrufbar.

Für icon ist das ein wichtiger Beleg für unseren Ansatz: Cologne Cultivators funktioniert dort am besten, wo zivilgesellschaftliches Engagement, kommunale Verwaltung und digitale Infrastruktur zusammenwirken. Der Stadtgarten e.V. ist dabei ein zentraler Partner auf der zivilgesellschaftlichen Seite dieser Zusammenarbeit.

Ein Modell mit Perspektive über Köln hinaus

Cologne Cultivators ist als offenes System konzipiert – der Code ist frei verfügbar, icon bietet Betrieb, Anpassung und Begleitung für Kommunen und Organisationen, die die Plattform für die eigene Stadt nutzen möchten. Was in Köln als Referenzprojekt entstanden ist, verstehen wir explizit als übertragbares Modell für andere Städte und Regionen, die vor ähnlichen Herausforderungen bei Stadtgrün, Klimaanpassung und Bürgerbeteiligung stehen.

Kommt vorbei

Wer sich vor Ort über Cologne Cultivators informieren möchte, findet uns beim Markt der Möglichkeiten auf dem Park Platz Tag. Wir freuen uns auf den Austausch – ob als Kommune, Verein, Wohnungsunternehmen oder interessierte Bürger:innen.

Editorial Design

17.09.2026

Wie die Mülheimia zur Kongress-Zeitung wurde – und beim Bundeskongress für Begeisterung sorgte


Eine Zeitung, lokal bis hyperlokal

Der Leitgedanke der Ausgabe steckt schon im Titel, den wir für die Startseite gewählt haben: „Die Stadtentwicklung kommt nach Mülheim. Wir wohnen schon hier.“ Auf 14 Seiten im Format DIN A3 haben wir dafür ein dichtes Programm zusammengestellt: von einem Werkstattgespräch zum Otto-Langen-Quartier mit Keynote-Sprecher Prof. Uwe Schneidewind bis zu einer Fotoseite, „Geförderte Orte, revisited“, mit Fotos von Inga Grönitz. Für den Artikel „Mülheim: Resilient gegen Gentrifizierung?“ hat Marita Odia die Schriftsteller:innen Maryam Aras und Selim Özdogan zu einer Lesung im Kulturbunker begleitet und ihre Eindrücke festgehalten.

Selim Özdogan und Maryam Aras im Kulturbunker Mülheim 2026. Foto: Eva Rusch
Selim Özdogan und Maryam Aras im Kulturbunker Köln-Mülheim

Die Vision „Bauen wir ein 'Quartier für alle'“ von Eva Rusch wird ergänzt durch O-Töne von Geschäftsleuten aus der Keupstraße, eingeholt von Filiz Yildiz. Auf dem Titel eine Karte mit vier Spaziergängen durchs Quartier, die wir insgesamt „Arena 0" nennen. Wer wollte, konnte außerdem beim Kongress-Bingo mit Original-Fachbegriffen aus der BBSR-Kongresspublikation mitspielen.

Gedruckt haben wir die Mülheimia erstmalig im Risoverfahren – in Blau und Fluo Pink, auf dem Titel ergänzt um Grün. Das Heft ist oben gelocht und zum Auslösen konzipiert: Jede Seite funktioniert auch für sich als eigenständiges Poster, das im Veedel hängen bleiben kann, wenn die Kongress-Zeitung selbst längst wieder eingepackt ist.

Die Resonanz hat uns besonders gefreut: Aufmachung und Gestaltung wurden vielfach als aussergewöhnlich und schön gelobt, und auch inhaltlich kam die Ausgabe sehr gut an – allen voran der Artikel „Lass uns ein Quartier für alle bauen“. Ein Highlight für uns: Keynote-Sprecher Prof. Uwe Schneidewind hielt die Zeitung während des Kongresses hoch und empfahl sie ausdrücklich als wichtige Initiative und Inspiration für innovative Stadtentwicklung – weil in ihr das steckt, was in vielen Fachpublikationen fehlt: Wissen von unten.

Prof. Dr. Uwe Schneidewind mit der Mülheimia auf dem 19. Nationalen Stadtentwicklungskongress im Palladium, Köln-Mülheim
Prof. Uwe Schneidewind in seinem Keynote Speach

Die Postkarten: eine Bühne für Mülheims Kreativwirtschaft

Ein Element lag uns besonders am Herzen: die Postkarten-Beilage. Ein zusätzlicher fester DIN A3-Bogen, herausnehmbar, mit insgesamt acht Motiven im A6-Querformat zum Ausschneiden – gestaltet von Kreativen aus Mülheim. 

Mit dabei waren Ich zeig dir was, Onkel Dose, WM Griffin, Alexandra Lenz Siebdruck, Wolfram Eberius, Gabriel Gerling, Eva Rusch, Inga Grönitz, – acht Positionen aus der Mülheimer Kreativwirtschaft, die auf diesem Weg ein Fachpublikum aus ganz Deutschland erreichten. Ein Bundeskongress ist eine seltene Gelegenheit, die Kreativwirtschaft eines Stadtteils sichtbar zu machen – nicht als Illustration am Rand, sondern als eigenständigen Teil der Publikation. Jede Postkarte, die nun per Post verschickt wird, trägt jetzt ein Stück Mülheimer Gestaltungskraft weiter – in eine Tasche, auf einen Schreibtisch, vielleicht sogar in ein anderes Bundesland.

Das Fazit des Kongresses

Die Mülheimia Kongress-Spezial hat gezeigt, wie wir arbeiten: schnell, gestalterisch eigenständig, tief im Stadtteil verankert – und offenbar mit einem Ergebnis, das auch fachlich überzeugt. Dass ausgerechnet eine Riso-gedruckte Stadtteilzeitung von der Bühne aus als Vorbild für innovative Stadtentwicklung empfohlen wird, bestätigt, was wir bei icon seit Jahren vertreten: Die besten Impulse für ein Veedel kommen oft von denen, die dort leben und gestalten.

Ministerin Veren Hubertz, Oberbürgermeister Torsten Burmester, Moderatorin Anja Heyde
V.l.n.r.: Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen der Bundesrepublik Deutschland, Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester und Moderatorin und Journalistin Anja Heyde


Die Zeitung jetzt online

Hier finden Sie die Zeitung als E-Paper: https://www.yumpu.com/de/document/read/71301567/mulheimia-kongress-special-2026

Cover Mülheimia #1 2026


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Baubanner für Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste an der Deutz- Mülheimer Straße

Cultural Design

16.09.2026

– wie sechs Bauzaunbanner ein unbequemes Denkmal erzählbar machen

Für raum13 im Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste hat icon eine Kampagne aus Typografie, Text und Produktion entwickelt. Sie zeigt, warum die Geschichte eines Ortes in der Quartiersentwicklung kein Rückblick ist, sondern ein Anker für Identifikation.

An der Deutz-Mülheimer Straße steht Kölns Industriegeschichte in Reihe: Gasmotoren-Fabrik Deutz, Lindgens-Areal, Van der Zypen & Charlier, Postbahnhof. „Unbequeme Denkmale“ nennt die Rheinische Industriekultur solche Bauten – im Denkmalwert diskutiert, fürs Ortsbild entscheidend. Unbequem ist ihr Erhalt, und dass sie sich nicht von selbst erklären: Wer vorbeifährt, sieht Backstein, Absperrung, Graffiti. Nicht den Ort, an dem 1869 die erste Motorenfabrik der Welt entstand.

Genau dort arbeitet raum13 seit 2011 am Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste und macht aus einem Industrieareal ein Reallabor. Das Otto-Langen-Quartier soll Kultur, Gewerbe und Wohnen mischen; der Kölner Ratsbeschluss von 2021 verpflichtet die Entwicklung ausdrücklich auf Gemeinwohlorientierung.

„Jedes Areal hat eine Geschichte, bevor der erste Bagger kommt. Wer sie erzählt, würdigt sie und nutzt sie als engagierte Nachfolge. Der Bauzaun ist die erste Gelegenheit dazu: für viele Menschen über Jahre die einzige Berührung mit dem Projekt, und damit die meistgelesene Fläche, die eine Entwicklungsunternehmung besitzt.“
Eva Rusch, Geschäftsführerin icon

Sechs Motive, inszeniert an denkmalgeschützer Fassade

Sechs großformatige Banner entlang der Deutz-Mülheimer Straße, jedes mit einem Wort: Hope, Courage, Schönheit, Enjoy, Origin, Built – dazu je eine Setzung im Modus „Die Kunst der …“: der Transformation, der Revolution, der Demokratie, der Begegnung, des Erbes, der Freilegung. Ausgangspunkt waren vier Typobilder von Katrin Zellmer. icon hat diese Bildwelt in ein durchgängiges System überführt und um zwei Motive erweitert: Origin erzählt die Herkunft – 1869, die „Wiege der Weltmotorisierung“. Built macht den Umbau als offenen Prozess sichtbar, mit den Phasenzeichnungen von Bachmann Badie Architekten direkt auf dem Banner. Aus vier Arbeiten wurde eine Reihe: ein Magenta, ein Raster, eine Typo-Logik, sechs Themen. Konzept, Gestaltung, Text und Produktion von icon.

Was Kulturmanager:innen daran interessiert

Kulturorte in Transformationsprozessen erreichen mit ihrem Programm ein Publikum, das bereits da ist. Ihre Wirkung entfaltet sich aber auch bei denen, die nie oder noch nicht hineingehen: Nachbarschaft, Verwaltung, Politik, Presse. Der Bauzaun erreicht sie verlässlich – rund um die Uhr, ohne Reichweitenkosten, am Ort selbst. Drei Prinzipien haben sich bewährt:

  • Ein Wort pro Fläche. Im Vorbeifahren bleibt eine Sekunde. Die Vertiefung übernimmt der Fließtext für die, die stehen bleiben – der QR-Code für die, die weiterlesen wollen.

  • Haltung statt Ankündigung. Kein Motiv bewirbt einen Termin. „Wer entscheidet über Stadt?“ trägt auch in zwei Jahren – in Förderanträgen, Führungen, Presseanfragen.

  • Serie statt Einzelstück. Sechs Motive erzeugen einen Rhythmus im Straßenraum und liefern sechs Social-Media-Assets, sechs Presseanlässe, sechs Argumentationslinien.

Herkunft als Anker: was die Quartiersentwicklung daran interessiert

Lage, Ausstattung, Energiekennwerte, Nutzungsmix – all das ist planbar. Identifikation nicht. Ob Menschen einen Ort als ihren erkennen, entscheidet sich daran, ob er eine Geschichte hat, die man erzählen kann, und ob jemand sie erzählt. Industriegeschichtliche Orte bringen sie mit. Sie sind Rohstoff für Adressbildung, Unverwechselbarkeit und die Bindung künftiger Bewohner:innen, Nutzer:innen und Beschäftigten.

Die Bundesstiftung Baukultur hat mit dem Bericht „Neue Umbaukultur“ die graue Energie im Bestand zur „goldenen Energie" erklärt – Bauen im Bestand ist rechenbar geworden. Weniger selbstverständlich ist der kulturelle Teil derselben Rechnung, das S in ESG: Zugehörigkeit entsteht nicht durch Erhalt allein, sondern dadurch, dass der Bestand spricht. Und nicht kurzfristig.

Daraus folgen zwei praktische Punkte. Erstens: Wer die Geschichte eines Ortes früh lesbar macht, verhandelt später weniger über Erklärungen und mehr über Inhalte – im Genehmigungsprozess, in der Nachbarschaft, in der Vermietung. Zweitens: Diese Erzählung gehört dorthin, wo der Ort ohnehin wahrgenommen wird. Der Bauzaun trägt mehr als ein Logo.

Kulturkommunikation als Übersetzungsleistung

Dieselbe Fläche, dieselbe Typografie, dieselben sechs Begriffe – lesbar für die Nachbarschaft, zitierfähig für die Presse, anschlussfähig für Kulturförderung, Verwaltung und Projektentwicklung. Design, Text, Produktion aus einer Hand. Damit ein Ort mit Geschichte auch als solcher gelesen wird.

Kampagne: icon Kommunikation für Kultur und Wirtschaft GmbH für raum13 – Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste. Headline-Typografie (Hope, Courage, Schönheit, Enjoy): Katrin Zellmer. Fotos: raum13 (Kolacek & Leßle), Günter Krämmer, RWWA. Zeichnungen (Motiv „Built"): Bachmann Badie Architekten.

Sie entwickeln ein Quartier mit Geschichte – oder einen Kulturort, der darin eine Rolle spielt?: eva.rusch@icon-design.de