Vom Papier auf den Beton: Wie Kinder den Genovevahof mitgestalten
Ein Kreativworkshop mit der Artfactory AG am Genovevagymnasium
Köln-Mülheim, Juni 2026
„Dürfen wir hier überhaupt was bemalen?" Diese Frage kam beim Workshop im Genovevahof besonders schnell auf. Die Antwort: Ja – wir sind von der Stadt Köln beauftragt, gemeinsam mit euch genau hier zu wirken. In diesem kurzen Wortwechsel steckt für uns der eigentliche Kern dieser Arbeit.
An einem Nachmittag wurde der Genovevahof zur offenen Werkstatt unter freiem Himmel. Gemeinsam mit der Artfactory AG – der Kunst-AG im Offenen Ganztag am Genovevagymnasium, einem Angebot der Katholischen Jugendagentur Köln (kja) – haben wir zwei Dinge unter einen Hut gebracht: den Abschluss eines Banner-Projekts und den Auftakt für die Gestaltung des Pavillons.
Vom Entwurf in den Druck
Zum Start haben die Kinder ihren Bannerentwurf noch einmal gemeinsam angeschaut, bewertet und letzte Korrekturwünsche gesammelt. Der Banner macht im Hof sichtbar, worum es im Genovevahof geht: ein freundlicher Ort für alle – und ein klarer Appell für mehr Sauberkeit und Ordnung. Der Entwurf ist abgesegnet, geht in Druck und wird am Zaun auf dem Hof aufgehängt. Damit ist der Banner-Workshop abgeschlossen.
Inspiration aus der Kunstgeschichte
Danach ging es einen Schritt weiter: Wir haben über die Pavillongestaltung gesprochen und uns Inspiration aus der Kunstgeschichte geholt – von Säulen und Ornamenten bis zu Mustern, die sich gut als wiederholbarer Fries eignen. Anschließend wurde es praktisch: Die Kinder haben konkrete Motive entwickelt, die sich direkt als Schablonen (Stencils) umsetzen lassen – Pflanzen, Tiere und Menschen.
Im nächsten Schritt werden die ausgewählten Formen mit Fassadenfarbe auf die Betonsäulen gebracht. Dann wandern die Ideen von Papier auf Beton, und der Pavillon bekommt Stück für Stück ein neues, freundliches Gesicht.

Warum das wirkt: Beteiligung im öffentlichen Raum
Uns geht es um mehr als einen schöneren Pavillon. Wir wollen Kindern echte Gelegenheiten geben, sich im öffentlichen Raum zu präsentieren und ihn aktiv mitzugestalten. Die Forschung zur Kulturellen Bildung beschreibt, warum das so wirksam ist.
Durch das gemeinsame Entwickeln und Umsetzen künstlerischer Interventionen eignen sich junge Menschen öffentliche Räume an und deuten sie als Gestaltungsräume um – Räume, in denen Kinder und Jugendliche sonst oft kaum sichtbar sind (vgl. Aqra/Huber, Making Art, Taking Part!, Universität Salzburg). Und die Beteiligung an gestalterischen Entscheidungsprozessen trägt in hohem Maße zur Selbstwirksamkeit von Kindern bei und fördert damit Resilienz und Wohlbefinden (vgl. Ballaschk & Anders 2020; Hansen, Knauer & Sturzenhecker 2011).
Genau das beobachten wir vor Ort: Die Kinder gestalten nicht nach Vorgabe. Sie formulieren eigene Botschaften, treffen Entscheidungen und entwickeln ihre Motive gemeinsam weiter. Diese Mischung aus Struktur und Freiheit ist der Kern dessen, was wir bei icon unter partizipativer Gestaltung verstehen.
icon riso love: ein Format für partizipative Kreativ-Workshops
Solche Workshops zu konzipieren und zu realisieren, gehört zu unseren Kernkompetenzen. Mit icon riso love haben wir dafür ein eigenes Format entwickelt: partizipative Kreativ-Workshops, die Beteiligung sichtbar machen – als Banner, als Risodruck, als Gestaltung im öffentlichen Raum.
Mehr dazu: icon riso love – Kreativ-Workshops, die Beteiligung sichtbar machen
Ein Projekt im Rahmen von „Hallo Nachbar, DANKE SCHÖN", einer Maßnahme des Umwelt- und Verbraucherschutzamtes der Stadt Köln, umgesetzt von icon Kommunikation für Kultur und Wirtschaft GmbH gemeinsam mit der Artfactory AG des Genovevagymnasiums (kja Köln).

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